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Obwohl es über unseren Ort erst seit dem Jahr
1270 schriftliche Aufzeichnungen gibt, kann mit ziemlicher
Sicherheit angenommen werden, daß die Gegend unseres
Dorfes seit rund sechs Jahrtausenden ständig
von Menschen besiedelt war. Aus der Jungsteinzeit
stammend wurde im Neutaler Hotter eine linearbandkeramische
Siedlung gefunden. Nachweise für die Besiedlung während
der Eisenzeit (800 v. Chr.), die sich vor
allem auf das reichliche Vorkommen von Raseneisenerz (Limonit)
in unserer Region begründet, sind in großer Zahl
vorhanden. Außerdem finden sich in Neutal beiderseits
der Straße nach Markt St. Martin Spuren hallstattzeitlicher
Besiedelung.
Auch die Anwesenheit römischer Bewohner im Neutaler
Hotter ist durch Grabungsfunde beweisbar. Damals gehörte
unser Gebiet zum Stadtgebiet von Scarabantia (Sopron, Ödenburg).
Nachdem das "Imperium Romanum"
um 400 n. Chr. seine Provinz Pannonien aufgeben mußte,
durchzogen und bewohnten die verschiedensten Volksstämme
unsere Gegend. Mit der militärischen Besitzergreifung
durch Karl den Großen (nach 800) erfolgte
auch die landwirtschaftliche, religiöse und kulturelle
Erschließung unserer näheren Heimat. Um 900 wurde
die friedliche Entwicklung der deutschen Neuansiedelung durch
das Vordringen der Madjaren gestört.
Durch die Gründung des ungarischen Reiches (um
1000 n. Chr.) wurde unser Gebiet Teil der Westgrenze. Im 12.
Jh. war Neutal Teil des Komtates Lutzmannsburg. Erstmals
urkundlich erwähnt wurde unser Ort im Jahr 1270 unter
dem Namen "Geotan". Dieser Name macht dann
eine merkwürdige Wandlung durch. 1368 heißt er
Deutan, 1394 Dewtal und 1425 erscheint er als Deutal. 1482
hat sich das "D" bereits in ein "N" verwandelt
und nun heißt der Ort Newthall. Zu
dieser Zeit (seit 1425) war Neutal bereits der Herrschaft
Landsee zugehörig. Um die Mitte des 16. Jh. durfte das
durch Türkenkriege und Seuchen weitgehend entvölkerte
Dorf mit kroatischen Bauern nachbesiedelt worden sein. 1622
gelangte die Herrschaft Landsee als Heiratsgut an
die Familie Esterhazy. In der Folgezeit kam es -
bedingt durch Kriege (Türkenkrieg, Aufstände) und
den daraus resultierenden wirtschaftlichen Belastungen für
die heimische Bevölkerung - zu einer immer stärker
werdenden Bindung der Untertanen an die Grundherrschaft. Die
Verpflichtungen und Abgaben an den Grundherrn stiegen ins
Unerträgliche, was wiederum zu Gehorsamsverweigerung
und Aufständen führte.
Erst die Maria-Theresianische Urbarialregulierung
von 1767 und endgültig die Bauernbefreiung
des Jahres 1848 brachten die langersehnte Erleichterung
für die geplagte bäuerliche Bevölkerung. Im
Zuge der Magyarisierungsbestrebungen 1867 wurde der Name Neutal
auf "Sopronujlak" abgeändert.
Erst durch den Ersten Weltkrieg, für den auch unsere
Gemeinde Opfer bringen mußte, wurde die endgültige
Zwangsassimilierung der deutschen Bevölkerung Westungarns
beendet. Der nachfolgende Anschluß des Burgenlandes
an Österreich im Jahr 1921 war für unsere
Gemeinde nicht ohne vorangegangene Probleme erfolgt. In der
Zwischenkriegszeit war Neutal ein Zentrum der Arbeitslosigkeit,
was auch der Grund zur damaligen Errichtung eines Arbeitslosenamtes
im Ort gewesen sein dürfte. 1931 wurde, trotz Ablehnung
des Neutaler Gemeinderates, der Ort Schwabenhof
eingemeindet. Durch den Zweiten Weltkrieg und
die anschließende russische Besatzung hatte die Neutaler
Bevölkerung große Opfer zu bringen.
In den darauffolgenden Jahrzehnten stand die Lösung
vor allem zweier Probleme im Vordergrund: Die Verbesserung
der Infrastruktur und die Schaffung von Arbeitsplätzen
in der Gemeinde. Die Gemeindestraßen und -wege in den
Ortsteilen wurden ausgebaut; 1960 mußte die seinerzeitige
Barockkirche dem Ausbau der Bundesstraße
weichen 1974 fand die feierliche Grundsteinlegung zur Errichtung
des BUZ in Neutal statt. Auch auf die Jugend wurde
nicht vergessen; die Volksschule wurde generalsaniert
und ein Kindergarten gebaut; Sportanlagen, das Freibad
und Freizeitzentrum mit Tennisplätzen waren weitere bauliche
Aktivitäten. 1981 begann man mit dem Neubau des Gemeindezentrums.
Überschwemmungen waren durch die Talenge des Stooberbaches
keine Seltenheit, daher mussten Rückstaubecken
errichtet werden. Ein wichtiger Baustein des Dorferneuerungsprojektes
ist der neu gestaltete Kirchenplatz, der 1996 feierlich eröffnet
wurde. Die infrastrukturellen Maßnahmen machten
unsere Gemeinde für verschiedene Betriebsansiedelungen
attraktiv.
1997 wurde das ehemalige Gloriettegebäude zu einem "Ort
der Begegnung" um- und ausgebaut. Eine neue
Heimstätte für die Neutaler Kindergartenkinder,
ebenso ein Veranstaltungs- und Mehrzwecksaal sowie Räumlichkeiten
für einen Seniorenclub mit Arzt- und Ruhezimmer wurden
im ehemaligen Betriebsgebäude eingerichtet. Auch das
Feuerwehrhaus wurde neu errichtet.
Wirtschaftlich entwickelte sich der Ort in den letzten Jahren
zu einem der bedeutendsten Standorte des Burgenlandes.
Durch die Schaffung eines TechnologieAreals
konnten namhafte Unternehmen in Neutal angesiedelt werden.
Schwerpunkte des TechnologieAreals bilden eine Clusterbildung
in der Metall verarbeitenden Industrie, sowie das
Technologiezentrum Mittelburgenland.
Alles in allem kann heute stolz festgestellt werden, dass
die Anstrengungen zur Modernisierung und Verbesserung der
örtlichen Gegebenheiten unter tatkräftiger Mithilfe
der Bevölkerung reiche Früchte getragen haben.
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